Eine Junghäsin wurde <Beste der Schau>

Auf die Paarungen angesprochen, empfahl Schmid Helle mit Mittelschattierten. Die Priorität aber liege beim Körperbau, dann beim Fell und erst an dritter Stelle bei der Farbe. Dass aber die Farbe gleichwohl ernst genommen werde, beweise die laufende Standardrevision. Die bisherigen Wirtschaftsrassen (eine Bezeichnung, die man im Klub nicht gerne hört) bekommen neu auch acht Positionen. Dadurch erhalten die Roten Neuseeländer eine Position "Unterfarbe".
Bei der Beurteilung der Tiere fand der in der Zuschauerarena sitzende Experte Walter Baumgartner, die Ohren der "Roten" seien oft zu spitz. Schmid ergänzte, dass gerundete Ohren verlangt seien. Man solle zudem auf die Ohrbeschaffenheit achten und nicht nur die Ohren messen, sondern auch die Kopfform im Auge behalten.

Hohe ausländische Gäste dabei Der von Andrea und Samuel Graber sowie Ruedi und Rosmarie Hofer privat organisierte Anlass bei der Käserei Hofer (ohne das Zutun des Klubs) lockte mehrere deutsche Züchter und Fachleute von Roten Neuseeländern an. Mit dabei waren die Preisrichterin Ute Hartmann

Seit gut einem Jahr sind die Roten Neuseeländer definitiv in unserem Standard. Ihr Idealgewicht liegt bei 4 bis 4,5 kg. Den Sprung in den Standard - 20 Zuchteinheiten sind gefordert - schafften sie eigentlich spielend. Und dennoch: "Wer rastet, der rostet" - sagt ein Sprichwort. Weil die führenden Kräfte bei den Züchtern Roter Neuseeländer ihre Rasse nicht "rosten" lassen wollen, veranstalteten sie am 12. August einen "Tag des Roten Neuseeländers" in Melchnau.
Andrea und Samuel Graber aus Schwarzenbach BE sowie Ruedi und Rosmarie Hofer aus Melchnau BE haben seinerzeit die Roten Neuseeländer aus den USA, Deutschland und Österreich in die Schweiz gebracht. Gerne erinnert man sich an den 21. August 1994, als die neue Rasse oder eben die American Reds bei der Käserei Ruedi Hofer in Melchnau erstmals in unserem Land vorgestellt wurden.
Diesmal - am 12. August - ging es darum, den Zuchtstand in der Schweiz zu sichten. Ermittelt wurde ein "Best of Show". 42 Tiere wurden zur Konkurrenz angemeldet, verteilt auf die Kategorien Juniorinnen und Junioren (bis 3,5 kg Gewicht) sowie Seniorinnen und Senioren (ab 3,5 kg Gewicht). Die Vorrunden-Ausscheidung erfolgte in Vierergruppen. Dem Präsidenten der Expertenvereinigung, Hans-Ulrich Schmid, oblag die schwierige Aufgabe, nach amerikanischem System - einem Cup-System - die Tiere zu beurteilen. In Vierergruppen hatten die Tiere anzutreten, und nur das beste Tier einer Gruppe kam eine Runde weiter.


Diese Junghäsin von Paul Flury aus Egerkingen SO gewann den Ausstich und erhielt den amerikanischen Siegertitel <Best of Show>

Die Gruppensieger traten dann zu einer zweiten Runde an, in der der Kategoriensieger ausgewählt wurde. Schliesslich gab es dann das grosse Finale der vier Kategoriensieger, aus dem ein Tier als "Best of Show" auserkoren werden musste. Es gewann die Nr. 3, eine im März 2001 geborene Junghäsin aus dem Zuchtstall von Paul Flury aus Egerkingen SO. Hans-Ulrich Schmid kommentierte bei der Selektion der Tiere ihre Qualitäten. Vorab aber äusserte er sich zum Grundsätzlichen dieser doch ziemlich neuen Rasse.


Der Rote Neuseeländer habe viel Sympathie bei den Züchterinnen und Züchtern und habe neues Lebenden Klub gebracht. Auch er selber (Schmid) fühle sich mit dieser Rasse verbunden. Es fehle aber noch die Verbreitung von sehr guten Tieren. Die Roten Neuseeländer müssen kräftig und blockig sein. Die Rasse sei nicht zu veredeln. Es sei sehr auf die Felldichte zu achten, viel Unterwolle werde verlangt. Er staune öfters auch über die schönen Farben, die man feststelle, und er gebe deshalb in dieser Position auch Idealnoten.


Dies sind die Organisatoren der Veranstaltung von Melchnau (von links): Samuel und Andrea Graber, Rosmarie und Ruedi Hofer


Expertenpräsident Hans-Ulrich Schmid (in der Mitte) bei der Auswahl des Tieres <Best of Show>

 

 
 


Der Sieger der Senioren, ein Prachtkerl, der schon 96 Punkte holte. Aber die Blumenunterseite war zu weiss.


Sie standen in Melchnau im Mittelpunkt: die Siegerhäsin, die deutsche Preisrichterin Ute Hartmann (rechts) und unser Experte Hans-Ulrich Schmid.


Siegerehrung mit Pokalen (von links): Antonio Visalli aus Bodio TI, Walter Baumgartner aus Wangen SO (er vertrat Paul Flury) und Samuel Graber.

aus dem württembergischen Alfdorf und ihr Ehemann Ulrich, der den Württembergischen Neuseeländer-Klub präsidiert. Auch der bekannte Züchter Hans Hollstein aus Lörrach D, der schon oft sehr gute Tiere in die Schweiz abgab, war als stiller Zuhörer dabei.
Ute Hartmann gab als deutsche Preisrichterin ihren Kommentar ab. In unserem nördlichen Nachbarland müssen die Roten Neuseeländer 4 bis 5 kg auf die Waage bringen. Bevorzugt würden Tiere mit 4,8 bis 5 kg. Ihr fiel auf, dass einige unserer in Melchnau gezeigten Tiere zu "Kuhhessigkeit" - also Verengung des Beckens - neigten. Bei der Farbe werde in ihrem Lande auf Ausgeglichenheit geachtet, weniger auf Hell,

Mittel oder Dunkel. Die Position Unterfarbe gebe es bei ihnen schon. Die Unterfarbe sollte möglichst bis auf den Haarboden reichen und sei etwas heller als die Deckfarbe. Die Häsinnen zeigten nach Ute Hartmann in Melchnau durchwegs die farblich besseren Blumenunterseiten als die Ramnler.

Dank an die Organisatoren
Ulrich Hartmann überbrachte die Grüsse von Neuseeländer-Klub und Landesverband Württemberg-Hohenzollern. Er bezeichnete den Einsatz der Ehepaare Hofer und Graber als beispielhaft und lobte die Arbeit des Expertenpräsidenten Hans-Ulrich Schmid. Hartmann übergab den Organisatoren einen Ehrenteller aus dem Land Württemberg, der aus Dankbarkeit an Hans-Ulrich Schmid weitergegeben wurde.

Die Sieger
Ein weiterer Höhepunkt der Tagung war die Siegerehrung. Paul Flury aus Egerkingen SO - der grosse Abwesende in Melchnau (er ist Landwirt und Schafzüchter) stellte die Siegertiere bei den Juniorinnen und den Senioren. Die Siegerin der Juniorinnen ging dank sehr gutem Fell und intensiver Farbe als "Best of Show" hervor. Die übrigen Siegertiere stellten Samuel Graber aus Aarwangen BE (beste Seniorin) und Antonio Visalli aus Bodio TI (bester Junior). Der Rammler von Visalli stand als zweitletzter auf dem Tisch um den Ausstich zum "Best of Show". Über den Sieger Paul Flury berichten wir ausführlicher in einer der folgenden Ausgaben.

Text und Bilder: Anton Arnold


Dies ist der strahlende Doppelsieger Paul Flury aus Egerkingen SO mit seiner Siegerhäsin vor dem Stall.


Ulrich Hartmann (links) aus Alfdorf D überbrachte Andrea Graber (mitte) einen Ehrenteller aus dem Land Württemberg-Hohenzollern. Diese gab ihn aus Dankbarkeit gleich an Hans-Ulrich Schmid (rechts) weiter.



Kaninchen