Herbert Krüger, Berlin

Bescheidenheit ist sein Markenzeichen

So ist es kein Wunder, dass er auf einen möglichst natürliche Versorgung seiner Tiere achtet. Die richtige, ausgewogenen Fütterung führte zu Verlusten, schwächte die Widerstandskraft und zwingt zu vermeidbaren medizinschen Mitteln. Insgesamt sieht er unser Hobby und die Organisation für die Zukunft eher pessimistisch. Das ist sicherlich geprägt von den erheblichen Schwierigkeiten und Erfahrugnen eines Kaninchenzüchters in der Bundeshauptstadt Berlin. Immer geringere Haltungsmöglichkeiten, verbunden mit "naturresistenen" Nachbarn, die sich Öko nennen, aber die Fliege als Grundnahrungsmittel der Singvögel verachten, führten zu dieser Auffasung. Die übrigen Freizeitangebote und -interessen der Jugendlichen sind dem Tierzuchtgedanken weit überlegen. Die tägliche gewissenhafte Versorgung der Kaninchen ist lästig und widerspricht dem Tagesablauf der meisten Jugendlichen. Gern beneidet er den ländlichen Raum, der sich noch mit aktivem und erfolgreichen Jungzüchtern schmücken kann.
Auch der Begriff "Züchterfreundschaft" hat bei ihm einen hohen Stellenwert. Herbert Krüger ist harmoniebedürftig. Man kann über alles in freundlicher Atmosphäre reden. Doch es darf nicht endlos sein und in allgemeinem Palaver ausarten. Sind Beschlüsse einmal gefasst, so haben sie Gültigkeit für die nächsten Jahre und können nicht fortwährend bei anderer Zusammensetzung der Anwesenden weiterdiskutiert werden. Auch das macht seinen langjährig erfolgreichen Führungsstiel in unserer Organisation aus.
Manfred Möglich

Auf meine Anfrage, einmal von ihm (aus Anlass seines 75. Geburtstages am 7. Mai 2006) ein Züchterporträt veröffentlichen zu dürfen, kam die für ihn so typische Antwort: "was habe ich denn schon für die Züchterschaft getan?"
Begonnen hat es mit einer untätowierten 0,1 Roten Neuseeländer, für die er den reinsassigen Partner gesucht hat. Er landete 1969 beim Verein A25 (jetzt D 25, dem meh-


Man sieht sich den erwünschten Ehrenpokal schon einmal an.

bei dieser Rasse, die jedoch frei von Russanflug an den Ohren oder gar auf der Decke sein muss. Die aufgehellte Bauchdeckfarbe ist auch noch verbesserungswürdig.
Seine Ausstellungserfolge erstrecken sich über sämtliche Bereiche. Auf zahlreiche LV-Meisterschaften und sogar Bundessiegerhäsin kann er stolz zurückblicken. 1975 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Neuseeländers-Clubs Berlins, dessen Vorsitzender er seit 1987 ist. Für die herausragenden Austellungsergebnisse seiner Clubzüchter auf überregionaler Ebene fühlt er sich nicht mitverantwortlich. "Ich kann den Club doch nur zusammenhalten und mit den Züchtern reden. Den Ehrgeiz mitzumachen und erfolgreich zu sein, liegt in jedem Züchter selbst", erklärt er in seiner Bescheidenheit.
Vom Verein über den Club und Kreis bis hin zum Landesverband wurde diese menschliche Eigenschaft verbunden mit züchterische Leistung und Vorbildcharakter seiner Person jeweils mit der Ehrenmitlgiedschaft ausgezeichnet. Auch als langjähriger Sprecher des LV-Ehrengerichts brauchte er noch nie offiziell eingreifen.

Beruflich war er viele Jahre mit der Landwirtschaft verbunden. Der tägliche Umgang mit der Kreatur füllte auch später seinen Freizeitbereich. Seine Stallanlage verfügt über 36 Buchten der Größe 75 x75 cm - alles in Eigenarbeit erbaut. Er geht mit 2,4 Tieren in die Zucht und tätowierte ca. 40 Tiere pro Zuchtjahr. Manch ein für die Zucht nicht mehr benötigtes Tier verblieb im Stall da die Liebe zu einem besonders lieb gewonnenen Exemplar größer ist als der Wunsch, mehr Tiere zur Auswahl für die Ausstellung zu haben.
In der Großstadt Berlin wird die gartenbaulich nutzbare Fläche immer seltener. Dennoch findet er Möglichkeiten, sein Grün und Winterfutter noch selbst in einer stillgelegten Gärtnerei anzubauen und Vereinsfreunde mit Möhren und Rüben zu beliefern.

rere führende RN-Züchter Berlins angehörten. Die harmonische Vereinsatmoshäre und die Unterstützung mit geeigneten Zuchttieren ließen ihn dort heimisch werden. Bald wurde er Tätowiermeister, Zuchtwart und langjähriger Ausstellungsleiter von mustergültigen Vereinsschauen. Bei der Verteilung von Arbeit hat er sich nie gescheut tatkräftig zuzugreifen.
Im Stall bekamen die Roten Neuseeländer gelegentlich Konkurrenz von einer Zweitrasse wie Alaska, Kleinschecken oder Castor-Rexen, konnten sich aber stets behaupten, da die intensiv rote Farbe in Verbindung mit dem markanten Typ stets seinen Lieblinge bleiben. So wünscht er sich für die Zukunft auch eine intensiv rote Deckfarbe

Herbert Krüger mit einer sehr ausgeglichenen Kolletion seiner geliebten Toten Neuseeländer.

Fotos: Möglich

Quelle: Kaninchenzeitung vom 21. April 2006


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